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Eine Seite zurückDiabetes 2020 – Quo vadis?
Herausforderungen für die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und das Österreichische Gesundheitssystem
 

Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak1 & OA Dr. Helmut Brath2
1 Lipidstoffwechselambulanz, Universitätsklinik für Innere Medizin, Graz
2 Diabetesambulanz, GZ Wien-Süd

Die kommenden Jahre bringen für die ÖDG und das Österreichische Gesundheitssystem gleichermaßen Herausforderungen, denen wir nicht ausweichen können, sondern uns stellen werden müssen.

Zum einen ist es die älter werdende Gesellschaft und zum anderen der veränderte Lebensstil mit deutlich zu wenig Bewegung in Relation zu gleichzeitig reichhaltiger Ernährung, die zusammen die Grundlagen einer Explosion chronischer Krankheiten bringen. Übergewicht – Adipositas ebenso wie Muskelmangel (der oft auch bei Normalgewicht zu finden ist!) führen zum Metabolischen Syndrom (Hypertonie, Dyslipidämie und Glukosetoleranzstörung bis hin zum Diabetes mellitus) und seinen Folgekrankheiten (Atherosklerose-Komplikationen wie Myokardinfarkt, zentrale arterielle Verschlusskrankheit bis hin zum Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit; mikrovaskuläre Komplikationen wie Nephro- und Retinopathie, aber auch Neuropathie und bislang weniger beachtete, in Zukunft aber vermutlich immer relevantere Folgen wie Lebererkrankungen oder Krebs). Damit ist das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem möglicherweise schneller am Limit als selbst Pessimisten glauben.

Aber was müsste man denn tun, um hier die Bremse zu ziehen?

Es wird auf jeden Fall notwendig werden, schon die Kinder wieder an Bewegung heranzuführen, Bewegung nicht nur „salonfähig“, sondern auf allen Ebenen wieder zur Normalität zu machen. Wir haben leider zwei Generationen verloren, die weniger als fünf Prozent der Bewegung machen, für die wir eigentlich genetisch „gebaut“ sind. Die derzeitige „Fastfood“- und „Snack“-Kultur und das „Nebenbeiessen“ oft sehr hoher Kalorienmengen sind durch Attraktivierung von qualitativ hochwertigerem, aber Kalorien-reduziertem Nahrungsangebot zu ersetzen. Genuss und Qualität statt Geschwindigkeit und Quantität.

Wer braucht schon rund um die Uhr z. B. Zuckerwasser mit Fett (Eis) und rund um die Uhr Würstel und Kebap-Produkte enormer Größe? Zur Bewegung: Wir würden uns z. B. über Rad fahrende Politiker (statt Dienstauto) und Volkswandertage (so wie früher) freuen. Schulbusse unter 1,5 Kilometer Distanz vom Wohnort sind nicht nur Unsinn, sondern schaden den Kindern. Wir brauchen eigentlich auch gar nicht unbedingt eine zusätzliche Turnstunde, die als solche kaum finanzierbar ist, da ja zu wenig Turnsäle vorhanden sind. Lehrer könnten mit Schülern auch einfach eine Stunde zu Fuß gehen oder zu Fuß statt mit dem Bus zum Schwimmen … Bewegung als Normalität und mit Freude am eigenen Körper.

Weitere diabetogene Umweltfaktoren wie Zigarettenrauchen, chronischer Schlafmangel, chronische Belastungen durch Lärm, permanenter Aufenthalt in der thermoneutralen Zone etc. komplettieren das Bild.

Die Fokussierung von Spitälern und Universitäten erfolgt viel zu stark auf Wertschöpfung aus gut dotierten Interventionen wie Operationen und anderen Eingriffen.Wenn wir so weiter machen wie das jetzt der Fall ist, wird es damit auch in der Mediziner-Ausbildung kein Lernen in essentiellen Gebieten der Medizin wie Ernährung, Diabetes, Fettstoffwechsel, Lebensstilmanagement und vielen chronischen Krankheiten wie Rheumatologie, aber auch in der Geriatrie geben. Da kann noch dagegen gesteuert werden, wofür wir uns vehement einsetzen werden.

Wir ALLE sind aufgerufen, in den nächsten fünf bis zehn Jahren diese bereits zart von einer noch kleinen Elite begonnenen Änderungen zu beschleunigen und in die breite Bevölkerung zu tragen, damit die weitere Explosion von Gewichtszunahme und Diabetes mellitus gebremst werden kann. Weitere jährliche bis zu zweistellige Zuwachsraten können und wollen wir uns menschlich und finanziell nicht leisten.

Wir haben im derzeitigen Kassensystem immer wieder das Problem, dass sinnvolle Dinge gar nicht oder nicht ausreichend honoriert werden (Lebensstilmedizin, Betreuung chronischer Krankheiten etc.) bzw. Spezialisten wie z. B. Diabetologen in der Praxis nicht wirklich erwünscht sind. Die wenigen Diabetesambulanzen können nicht alle Menschen mit Diabetes versorgen und werden zusätzlich derzeit häufig ausgedünnt. Allgemeinmediziner werden aber in der Regel auch nicht alles abdecken können, da braucht es dahinter entsprechende Strukturen!

Das Fazit wäre daher: mehr Investition in die Begleitung der Menschen mit chronischen Krankheiten. Da muss man sich aus unserer Sicht nicht entscheiden, OB man das haben will, sondern nur WO. Das muss strategisch geplant und nicht zwischen den Kostenträgern hin und her geschoben werden (wie das jetzt der Fall ist). Das bedeutet aber auch, dass viele Leistungen flächendeckend angeboten werden müssen, egal ob im Spital oder mit anderen „Providern“, um ein neutrales Wort zu verwenden.

Wir haben in den letzten Jahren fantastische Medikamente bekommen, um den Diabetes und seine Folgen besser in den Griff zu bekommen. Aber wir dürfen uns keine Illusionen machen: Wir sind dabei, die Schlacht der glykämischen Kontrolle zu gewinnen, aber gleichzeitig den Krieg gegen Diabetes zu verlieren.

Nehmen wir die Herausforderungen gemeinsam an!

Hermann Toplak
Präsident ÖDG
Helmut Brath
Sekretär ÖDG

P.S: Wenn Sie uns hierzu gerne etwas mitteilen wollen, schreiben Sie uns bitte jederzeit an office@oedg.org.


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