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Die gesundheitspolitischen Forderungen der ÖDG:

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, Maßnahmen zu setzen, die der Entstehung des Diabetes mellitus vorbeugen und gleichzeitig die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus verbessern.

Sie setzt sich daher auch für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete, sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.
Aus diesem Selbstverständnis resultieren die folgenden gesundheitspolitischen Forderungen, die auch Bestandteil der im März im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen präsentierten Österreichischen Diabetes Strategie sind.

1. Verbesserung der Betreuungsstruktur für Menschen mit Typ-2-Diabetes

  • Ausbau des DMP (Disease-Management-Programm, Ebene 1) mit besonderem Augenmerk auf die Qualitätssicherung und das Schnittstellenmanagement zu übergeordneten, spezialisierten Versorgungseinrichtungen (Ebene 2 und 3). 
  • Etablierung einer qualitätsgesicherten diabetologischen Zusatzqualifikation für Allgemeinmediziner und Internisten (erster Kurs Frühjahr 2018, Schloss Seggau).
  • Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung durch Spezialisten durch Ausbau und strukturelle Verbesserung von Diabetesambulanzen, Schaffung von Kassenstellen für speziell geschulte Ärzte für Allgemeinmedizin und ebenso geschulte niedergelassene Internisten mit oben genannter Zusatzqualifikation, Etablierung von internistischen Abteilungen mit Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie.
  • Stärkung von stationären und ambulanten Rehabilitationseinrichtungen als Ergänzung des akutmedizinischen Bereiches. 
  • Tatsächliche Einbeziehung von Bewegung und Sport in die Therapie des Typ-2-Diabetes, gleichwertig der Ernährungstherapie.

2. Verbesserung der Betreuungsstruktur für Menschen mit Typ-1-Diabetes

  • Schaffen der Möglichkeit zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes sowie aktiver Ausbau des Angebotes an Kindercamps mit Peer-Group-Unterstützung auf sozial gerechter Basis.
  • Schaffung der strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Schulung und Betreuung von Typ-1-Diabetikern.

3. Erstellung eines Diabetesregisters 

  • Österreichweite Erfassung des Ist-Zustandes in Bezug auf Einstellungsqualität, Komplikationen, Therapiemodalitäten, Nutzung von Gesundheitseinrichtungen als Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgungssituation.

4. Prävention des Diabetes mellitus Typ 2

  • Bundesweite Strategien zur Prävention und Therapie von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter unter Einbeziehung von Schulärzten und Schulen.
  • Aufbau eines konsequenten Diabetes-Screenings in Hochrisikopopulationen.
  • Aufbau von Einrichtungen zur qualitätsgesicherten Behandlung von prädiabetischen Risikopersonen im Sinne einer anhaltenden Lebensstilintervention.

5. Medizinische Versorgung 

  • Verfügbarkeit von innovativen Therapien sowie Medizinprodukten zur Blutzuckerselbstkontrolle, um eine dem Stand des medizinischen Wissens entsprechende individualisierte Therapie zu ermöglichen.
  • Österreichweiter einheitlicher, chancengleicher Zugang zu Therapien und Medizinprodukten.
  • Anerkennung, dass gesundheitsorientierte Lebensqualität („health related quality of life“) sowie Nebenwirkungen (wie z.B. Hypoglykämien) von Therapien einen zentralen Stellenwert für die Gesundheit der Betroffenen haben und daher ebenso berücksichtigt werden müssen.

6. Forschungsförderung 

  • Finanzierung unabhängiger Forschungsprojekte im Bereich der Grundlagenforschung sowie im Bereich klinischer Forschung und Versorgungsforschung zur Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus.
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