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Verleihung des ÖDG Forschungspreises 2008 und der Preise für die besten beiden Abstracts

Im Rahmen des Gesellschaftsabends der 36. Jahrestagung der ÖDG vom 20.-22. November 2008 in Baden bei Wien wurden auch in diesem Jahr wieder der mit 35. 000 EUR dotierte Forschungspreis der ÖDG sowie zwei Preise für die besten eingereichten Abstracts vergeben.

Der Forschungspreis wurde für das Projekt „Nonalcoholic fatty liver disease (NAFLD): Molecular effects of significant weight loss“ an Priv. Doz. Dr. Susanne Kaser verliehen.
Susanne Kaser absolvierte nach ihrer Promotion 1998 die Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck, wo sie 2006 auch habilitierte. Die Forschungsschwerpunkte der an der Stoffwechsel- und Endokrinologischen Ambulanz der Universitätsklinik für Innere Medizin I tätigen Oberärztin umfassen die Pathophysiologie der NAFLD sowie die Auswirkungen von Adipositas bzw. Gewichtsreduktion auf den Stoffwechsel.

Die Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) gilt als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms. Neben subklinischer Inflammation, einem veränderten Adipozytokinmuster und vermehrtem oxidativen Stress werden vor allem Störungen des intrahepatischen Lipidmetabolismus für die Entstehung einer NAFLD verantwortlich gemacht. In zahlreichen Studien konnte ein Benefit einer Gewichtsreduktion auf die Progression der NAFLD gezeigt werden. Im vorgelegten Projekt sollen die molekularen Effekte einer Gewichtsabnahme in der Leber untersucht werden. Durchgeführt werden diese Untersuchungen in Leberbiopsien von nicht-diabetischen morbid-adipösen Patienten, die sich zwecks Gewichtsabnahme einer bariatrischen Operation unterzogen haben. In den intraoperativ bzw. 1 Jahr nach Operation gewonnenen Leberbiopsien sollen neben Adipozytokinen insbesondere Schlüsselenzyme der Lipogenese, der

Abstractpreise 2008

Die Preise für die besten eingereichten Abstracts wurden an Dr. Florian Kiefer für die Präsentation „Neutralisation von Osteopontin hemmt die Adipositas-induzierte Fettgewebsentzündung und Insulinresistenz“ und Dr. Christian Ciardi für das Abstract „Charakterisierung der Insulinresistenz assoziierten Adipozytokine A-FABP, RBP-4 und Visfatin im Rahmen der postprandialen Lipämie“ verliehen.

Dr. Kiefer studierte Medizin in Wien und Heidelberg und absolviert seit zweieinhalb Jahren sein PhD-Studium in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Stulnig an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Universitätsklinik für Innere Medizin III der Medizinischen Universität Wien. In der prämierten Studie konnten Dr. Kiefer und Kollegen zeigen, dass das inflammatorische Protein Osteopontin im Fettgewebe adipöser Mäuse und Menschen dramatisch hochreguliert ist. Im Tierversuch führte die Neutralisation von Osteopontin mittels eines Antikörpers zu einer signifikant verminderten Adipositas-induzierten Fettgewebsentzündung und Insulinresistenz. Diese Daten weisen auf eine Schlüsselrolle von Osteopontin bei der Entstehung der Insulinresistenz hin und könnten dazu beitragen, ein neues therapeutisches Konzept zur Prävention und Behandlung des Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Ein Teil dieser Arbeit konnte heuer in der international renommierten Fachzeitschrift Endocrinology (Vol. 149(3): 1350-1357) publiziert werden.

Dr. Christian Ciardi promovierte 2005 nach Verfassung der Dissertation im Stoffwechsellabor von o.Univ.Prof. Dr. Patsch in Innsbruck. Von 2005 bis 2008 war Dr. Ciardi als Post Doc im Stoffwechsellabor der Arbeitsgruppe von aoUniv.Prof. Michael Pedrini tätig.

Den Adipozytokinen A-FABP, RBP-4 und Visfatin wird eine wichtige Rolle bei der chronischen Insulinresistenz zugeschrieben. Die Arbeitsgruppe konnte kürzlich zeigen, dass postprandiale Lipämie eine akute Insulinresistenz hervorruft. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss postprandialer Lipämie auf A-FABP, RBP-4 und Visfatin zu analysieren. Nach einer Fettmahlzeit kam es zu einer signifikanten Verminderung von A-FABP im Plasma. Im postabsorptiven Kontrollexperiment zeigte sich jedoch ebenfalls eine Abnahme von A-FABP. Zwischen den beiden Experimenten war kein signifikanter Unterschied in der A-FABP Kinetik zu erkennen. Für RBP-4 und Visfatin konnten weder im postprandialen, noch im postabsorptivem Kontrollexperiment, noch zwischen den beiden Experimenten signifikante Unterschiede gefunden werden. Es wird spekuliert, dass Änderungen des Adipozytokinprofiles nur bei chronischer Insulinresistenz auftreten.

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von links nach rechts: Ao. Univ. Prof. Dr. Bernhard Ludvik (Präsident der ÖDG), Dr. Christian Ciardi, Dr. Susanne Kaser, Dr. Florian Kiefer, Univ. Prof. Dr. Martin Clodi (Erster Sekretär der ÖDG)

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von links nach rechts: Ao. Univ. Prof. Dr. Bernhard Ludvik (Präsident der ÖDG), Dr. Susanne Kaser, Univ. Prof. Dr. Martin Clodi (Erster Sekretär der ÖDG)

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von links nach rechts: Dr. Christian Ciardi, Dr. Florian Kiefer

Alle Fotos: © Christian Husar: www.christian-husar.com

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